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News / Richtig schreiben für Journalisten: weiblich oder sächlich?
Stephan Töngi gibt Sprachtipps für Journalisten.
14.05.2021   Ausbildung
Richtig schreiben für Journalisten: weiblich oder sächlich?
„Vorsicht, Sprachfalle!“ Teil 2: Stephan Töngi beleuchtet in seiner Kolumne „die Klientel“.
Salzburg – Das aus dem Lateinischen stammende Wort Klientel gehört zu den häufig falsch verwendeten Wörtern. Stephan Töngi zeigt den richtigen Gebrauch. 
 
„Schwieriges Klientel sorgt für explosive Mischung“,  hieß es einmal in einer Zeitung. Da ist etwas dran, Klientel scheint nämlich ein schwieriges Wort zu sein. Anders als im hier zitierten Fall ist Klientel nämlich weiblich. Daher muss es „die Klientel“ heißen. 
 
Angewandt wird das Wort ursprünglich für die Kundschaft von Rechtsanwälten oder Steuerberatern, mittlerweile aber auch für Kunden oder die Zielgruppe von Unternehmen. Es stammt vom lateinischen clientela ab, das die Schutzbefohlenen des römischen Patrons bezeichnete. Dieses clientela ist - wie die a-Endung verrät - übrigens ebenfalls weiblich. 
 
Die falsche Einordnung als Neutrum kommt möglicherweise daher, dass das Wort Klientel ähnlich endet wie das Viertel oder das Achtel.  
 
Nächste Woche geht es um „Genitiv kontra Dativ“ .
In der vergangenen Kolumne standen „derselbe“ und „der gleiche“ im Mittelpunkt.
 
Stephan Töngi ist beim „Mannheimer Morgen“ für die Qualitätssicherung zuständig. Zuvor arbeitete er in der Politikredaktion als Redakteur sowie stellvertretender Ressortleiter. Bei seiner Tätigkeit begegnen ihm typische Schreib-, Grammatik- und Zeichensetzungsfehler. Mit seiner wöchentlichen Kolumne möchte er Kolleginnen und Kollegen davor bewahren, in die Fallen der deutschen Sprache zu tappen. 
 
Zum Thema „Besser Schreiben“ sind im Medienfachverlag Oberauer die „Journalisten-Werkstätten“ „Kreatives Schreiben“, „Titel und Teaser“, „Wie Wörter wirken“, „Wie Sätze wirken“, „Wie Texte wirken“ erschienen.


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