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News / Was hat Thomas Spang mit 2400 toten NATO-Truppen gemeint?
"SN" vom 2. September: Sicher ist nur, was nicht gemeint ist.
03.09.2021   Journalismus
Was hat Thomas Spang mit 2400 toten NATO-Truppen gemeint?
Der "SN"-Autor rechnet die Toten im Afghanistan-Krieg vor und kommt dabei auf Zahlen, die auf keinen Fall stimmen können.
Salzburg - Thomas Spang analysierte am 2. September in den "Salzburger Nachrichten" auf Seite 6 das NATO-Engagement in Afghanistan. Ein spannender Beitrag, den der Autor mit irritierenden Fakten unterfüttert: "2400 tote NATO-Truppen und 50.000 tote Afghanen sind genug", schreibt Spang.
 
Was hat der Autor damit gemeint? Verlässlich wissen wir nur, was er nicht gemeint haben kann. Es waren ganz sicher nicht 2400 Truppen. Was also dann? Vermutlich 2400 NATO-Soldaten und vielleicht waren auch Soldatinnen dabei. Letzteres ist denkbar.
 
Sagen Sie jetzt bitte nicht, das ist spitzfindig. Nein, der Autor ist in einem wichtigen Detail unnötig unpräzise. Er schafft Raum für Ratespiele oder gar Ärger. Beides brauchen wir nicht, wenn unsere Arbeit ernst genommen werden soll.
 
Sprache ist das wichtigste Ausdrucksmittel in unserem Beruf. Bereits ein falsch eingesetztes Wort kann kompletten Unsinn ergeben. Mit diesem Beitrag und weiteren, die noch folgen werden, möchten wir auf keinen Fall Kolleginnen und Kollegen vorführen. Wir wollen einzig das Bewusstsein für einen präzisen Umgang mit einer unserer Kernkompetenzen schärfen, nämlich der Sprache.
 
Schicken Sie uns bitte Beispiele, die wir gerne veröffentlichen (Mail: georg.taitl@oberauer.com). Wenn Sie bei uns Unsinn finden, sagen Sie uns das bitte auch. Dieser wird ebenso veröffentlicht. Auch wir erleben uns immer wieder mit unnötigen, gar groben Fehlern.
 
Vielleicht schaffen wir gemeinsam eine "Auf-keinen-Fall-Liste" mit den gröbsten Schnitzern, die wir künftig nicht mehr machen wollen. Im Dienste unserer Medienkundinnen und -kunden.