Please wait...
News / Prälat-Ungar-Preise für Berichte, die Menschen in Not ein Gesicht geben
18. Prälat-Unger-Medienpreise vergeben (Foto: Caritas/Hloch)
18.11.2021   Journalistenpreise
Prälat-Ungar-Preise für Berichte, die Menschen in Not ein Gesicht geben
Gerald John („Der Standard“), Ernst Weber (Ö1), Tiba Marchetti (ORF2) sowie Jana Mack und Julia Breitkopf (Podcast Inselmilieu) wurden mit den Hauptpreisen ausgezeichnet.
Wien – Am 11. November wurden die 18. Prälat-Leopold-Ungar-Preise von der Caritas der Erzdiözese Wien und der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien vergeben. 
 

Die Hauptpreise 2021 


Gerald John bekam für „Stich ins Herz einer Arbeiterstadt“, erschienen im „Standard“ den Print-Preis zuerkannt. Eine Reportage, in der es um das von Schließung bedrohte LKW-Werk in Steyr geht. In der Kategorie Fernsehen geht der Hauptpreis an Tiba Marchetti für „Der letzte Wunsch“ in der Sendereihe „Am Schauplatz“. Der Film zeigt das Leben mehrerer Menschen, die wissen, dass sie bald sterben werden und denen engagierte Helfende ihren letzten Wunsch erfüllen. Der Hauptpreis Online/Multimedia wurde an Jana Mack und Julia Breitkopf verliehen, die ihre eigene Podcast-Serie „Inselmilieu“ entwickelt haben zur Überwindung von Echokammern und Filterblasen. Ausgezeichnet wurden die beiden für die Folge „Leben und leben lassen? Verschwörungsgläubige unter uns“. In der Kategorie Radio wurde Ernst Weber für „Bei Hausbesuchen keine Unzukömmlichkeiten. Die Akte Walfried Janka“ auf Ö1 ausgezeichnet. Ein Porträt über einen Mann, der Täter und Opfer ist.


 


Die Anerkennungspreise 2021 gehen an Lena von Holt („Die Überlebende“, erschienen in „Tagebuch – Zeitschrift für Auseinandersetzung“), Lukas Matzinger („Wenn das Kinderzimmer zum Käfig wird“, erschienen im „Falter“) und Naz Kücüktekin („Wir Kinder vom Gemeindebau“, erschienen in „das biber“) für Print. In der Kategorie TV an Andrea Eder („Und bist du nicht willig…“, für die Sendereihe Dokfilm Kultur auf ORF2), Vanessa Böttcher („Zwischen den Fronten – Kinderrechte im Asylverfahren“, für ORF Thema) und Reiner Reitsamer und Marlene Kaufmann („Der ganz normale Rassismus“, auf ORF III im Brennpunkt). Die Anerkennungen für Online/Multimedia gingen an Philip Bauer („Danke, Lisa“, erschienen bei derstandard.at), Alena Wacenovsky („Abgeschoben – und jetzt“, für „die_chefredaktion“) und Clara Akinyosoye („Die späte Last einer Täterfamilie“, erschienen auf ORF.at). Johanna Hirzberger („Darf’s ein bisserl weniger sein? Systemerhalterinnen: Viel Arbeit, wenig Lohn“, für „Ö1 Hörbilder“) und Olivia Wimmer („Die Mülltonne als Snackbar“, für „Ö1 Moment – Leben heute“) in der Kategorie Hörfunk.






Sie möchten exklusive Medienstorys, spannende Debatten lesen und sich über, Jobs, Workshops, Top-Personalien und Journalistenpreise aus Österreich informieren? Dann bestellen Sie bitte unseren kostenlosen Newsletter


Klaus Schwertner, Caritasdirektor der Erzdiözese Wien: „Die Journalist:innen, deren Arbeiten heute ausgezeichnet werden, geben Menschen in Not ein Gesicht … die Pandemie ist keine Krise, die sich mit Zahlen alleine erfassen lässt. In diesem Sinne muss Qualitätsjournalismus auch die Probleme jener in den Blick nehmen, die über keine Lobby verfügen. Armutsbetroffene schalten keine Inserate. Umso wichtiger ist es, wenn ihre Stimme dennoch gehört wird.“


 


ORF-Journalist Stefan Kappacher widmete sich in seiner Festrede der Inseratenkorruption. Zu sehr seien Politik und Medien in Österreich seit vielen Jahren in einem eingebrannten Muster gefangen – „Politik füttert Medien, fütternde Hand wird nicht gebissen“. Nicht erst die laufenden Ermittlungen gegen Spitzen der Republik würden deutlich machen, dass Medienförderungs-Politik in Österreich zu lange mit Klientelpolitik gleichgesetzt worden ist. „Die Ermittlungen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft können und müssen eine Zäsur sein“, so Kappacher. „Wann, wenn nicht jetzt sollte Medienförderungs-Politik endlich als das verstanden werden, was es unter geänderten Voraussetzungen auch sein könnte: Demokratiepolitik.“


 


 


Sie haben Personalnews in eigener Sache oder aus Ihrem Medienhaus? Mailen Sie die Infos bitte gerne an redaktion@journalistin.at.