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News / Stellenpläne 2022: Mediengruppe "Österreich" kürzt massiv, alle anderen halten oder bauen aus
Wolfgang Fellner: Zuerst angezeigt, nun zuwenig Anzeigen (Foto: Hans Punz)
29.12.2021   Jobs
Stellenpläne 2022: Mediengruppe "Österreich" kürzt massiv, alle anderen halten oder bauen aus
43 Personen sind beim AMS-Frühwarnsystem angemeldet. Wie viele gehen müssen, wird erst nach dem 10. Jänner feststehen. "Österreich" ist damit das einzige große Medienhaus, das 2022 massiv abbauen wird. Das zeigt eine Erhebung von "Österreichs Journalist:in".
Wien - Die Mediengruppe "Österreich" GmbH sowie zwei ihrer Tochtergesellschaften haben 43 Personen beim Frühwarnsystem des AMS Wien zur Kündigung gemeldet, berichtet die APA. Ausschlaggebend seien "notwendige innerbetriebliche Umstrukturierungsmaßnahmen" sowie Auftragsrückgänge. Das Medienunternehmen war im Umfeld weitreichender Betrugsermittlungen zuletzt selbst in die Schlagzeilen geraten. "Wir sind Opfer, nicht Täter", hatte dazu Miteigentümer Wolfgang Fellner noch vor kurzem in einem Exklusiv-Interview in "Österreichs Journalist:in" erklärt.
 
Wolfgang Zekert, einer der Geschäftsführer der Mediengruppe "Österreich", bestätigte die "gesetzlich vorgeschriebene Vorsichtsmeldung". Ab 10. Jänner führe man mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dazu Gespräche. "Erst nach Abschluss der Gespräche wird feststehen, wie viele der Kündigungen tatsächlich nötig sind", so Zekert.
 
Der größte Brocken entfällt mit bis zu 18 zu kündigenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die Media Content and Cityservice GmbH. Sie steht zu 100 Prozent im Eigentum der Mediengruppe "Österreich" GmbH und beschäftigte zuletzt 84 Angestellte. Die oe24 GmbH, die etwa das Onlinenachrichtenportal oe24.at betreibt, wird sich im schlimmsten Fall von elf der insgesamt 57 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trennen. Die Mediengruppe "Österreich" GmbH selbst, welche die Tageszeitung "Österreich" und andere Printmedien herausgibt, meldete 14 der insgesamt 74 Angestellten dem AMS. Treten die Kündigungen tatsächlich ein, sind sie von Ende Jänner bis Ende Februar vorgesehen.
 
Die Mediengruppe "Österreich" ist damit nach heutigem Stand das einzige große Medienhaus, das 2022 massiv abbauen wird. Bei einer Umfrage in der aktuellen Ausgabe von "Österreichs Journalist:in" berichten alle befragten Medienhäuser von gleichbleibenden oder gar steigenden Mitarbeiterzahlen. APA, TT und OÖN wollen den aktuellen Stand beibehalten. Presse, Kleine, Standard, SN, Kurier, Krone und ORF erweitern 2022 sogar ihre Redaktionen. VN und RMA gaben an, dass sie laufend suchen.
 
Welche Jobs in den einzelnen Häusern besonders gefragt sind und wo neue Jobprofile entstehen, steht ausführlich im Beitrag "Stellenpläne 2022 im Journalismus". Weiterlesen hier.