Please wait...
News / ORF-News-TV-Chefredakteur Matthias Schrom tritt Urlaub an
Matthias Schrom (Foto: ORF)
10.11.2022   Vermischtes
ORF-News-TV-Chefredakteur Matthias Schrom tritt Urlaub an
Eva Karabeg übernimmt Chefredaktion interimistisch. ORF-Generaldirektor Roland Weißmann ersucht Ethikrat, Chat-Causa zu prüfen. ORF-Redaktionsrat fordert weitere Konsequenzen.
Wien - ORF-Generaldirektor Roland Weißmann hat heute den ORF-Ethikrat ersucht, den Sachverhalt rund um die Chats zwischen ORF-News-TV-Chefredakteur Matthias Schrom und dem damaligen Vizekanzler Heinz-Christian Strache zu prüfen. Schrom tritt ab sofort seinen Urlaub an, bis auf weiteres ist die stellvertretende Chefredakteurin Eva Karabeg interimistisch mit der Redaktionsleitung beauftragt. 
 
„Die Optik der Chats ist verheerend und so habe ich den Ethikrat um Prüfung ersucht. Die Glaubwürdigkeit der ORF-Nachrichten steht trotz dieser Chats weiterhin außer Zweifel“, wird der ORF-Chef in einer Aussendung zitiert und weiter „Die ORF-Redakteurinnen und Redakteure arbeiten weisungsfrei und einzig auf Basis von ORF-Gesetz und Redaktionsstatut. Ihre Berichterstattung war, ist und bleibt unbeeinflussbar, das liegt auch daran, dass die bisherige Amtsführung von Matthias Schrom fachlich unumstritten war.“
 
ORF-Redaktionsrat fordert Konsequenzen
Der ORF-Redaktionsrat ist „entsetzt über die jetzt bekannt gewordenen Chats von TV-Chefredakteur Matthias Schrom mit dem damaligen Vizekanzler und FPÖ-Obmann Heinz Christian Strache.“ Derartiges Verhalten sei aus Sicht des ORF-Redaktionsrates „völlig inakzeptabel und verursacht einen massiven Schaden für den öffentlichen-rechtlichen Rundfunk. Die Glaubwürdigkeit der Berichterstattung ist durch solch ein Verhalten der Verhaberung zwischen dem Verantwortlichen der wichtigsten Nachrichtensendungen Österreichs und dem Chef einer Regierungspartei gefährdet.“
 
Um weiteren Schaden von der journalistischen Glaubwürdigkeit des ORF abzuwenden, fordert der ORF-Redaktionsrat die Geschäftsführung in einer Aussendung auf, deutliche Konsequenzen zu ziehen. Die Beurlaubung Schroms und die Prüfung des Vorfalls durch den Ethikrat werde begrüßt. „Doch es kann nicht ohne weitere Folgen bleiben: politische Analysen auf Sendung oder die Moderation der ,Runde der Chefredakteur:innen‘ oder ähnliche Auftritte im Programm sind nach den nun bekannt gewordenen politischen Naheverhältnisses mit der Glaubwürdigkeit der Berichterstattung nicht mehr vereinbar. Die politische Sauberkeit, die wir von anderen einfordern, müssen wir auch im eigenen Haus umsetzen.“


Sie möchten exklusive Medienstorys, spannende Debatten lesen und sich über, Jobs, Workshops, Top-Personalien und Journalistenpreise aus Österreich informieren? Dann bestellen Sie bitte unseren kostenlosen Newsletter
 
Sie haben Personalnews in eigener Sache oder aus Ihrem Medienhaus? Mailen Sie die Infos bitte gerne an redaktion@journalistin.at