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16.03.2023   Vermischtes
Wie Texte viele Leser im Netz finden – 9 Schritte
Geniales Werkzeug, notwendiges Übel oder schlicht das Allerletzte? Die Abkürzung SEO hat das Zeug dazu, emotionale Extreme auszulösen. Wie sich seriöser Journalismus und Top-Rankings zusammendenken lassen.
Salzburg – Search Engine Optimization (SEO) ermöglicht Journalistinnen und Journalisten ihre Geschichten, ganz oben bei Google zu ranken. Dennoch gibt es Medien, die immer noch vor dem Einstieg in die Welt der Suchmaschinenoptimierung stehen. Das liegt nicht selten auch an einem grundlegenden Zweifel vieler Medienschaffender: Laufen Journalistinnen und Journalisten Gefahr, einem Algorithmus zu sehr gefallen zu wollen und damit die Unabhängigkeit zu verlieren?
 
Wer Google und SEO im Jahr 2023 wirklich verstanden hat, wird diese Frage mit Nein beantworten, schreibt Ariane Stürmer in der aktuellen „Journalist:in“. Denn der Algorithmus fördert mit seinem Hunger nach einzigartigem Content letztlich fundierten Journalismus. Gut aufbereitete, umfassend recherchierte Themen haben in den klassischen, organischen Suchergebnissen gute Chancen auf Top-Rankings – 9 Schritte, wie das funktioniert: 
 
SCHRITT 1: GOOGLE VERSTEHEN
Keywords sind die Begriffe, die wir alle täglich in Suchmaschinen eingeben. Sie sind letztlich verschlagwortete Fragen mit der Erwartung, eine Antwort zu finden. Aber um es gleich vorwegzunehmen: SEO bedeutet nicht, dass Sie Keywords möglichst oft in Ihre Texte streuen. Das widerspricht dem Grundverständnis von SEO. Längst vorbei sind die Zeiten, als der Algorithmus darauf trainiert war, die Häufigkeit von Keywords zu zählen. Heute wertet Google solche Texte als Spam. Wir Journalisten haben im Grunde drei Möglichkeiten: Wir können Keywords als Basis für unsere Themenplanung nutzen oder wir können Themen völlig neu setzen. Oder wir kombinieren beide Varianten. Wie das genau zu verstehen ist und wann welche Variante sinnvoll ist, zeigen wir hier Schritt für Schritt.
 
SCHRITT 2: JOURNALISTEN BLEIBEN
Google versucht also, das Beste vom Besten aus dem Web ganz oben in den Suchergebnissen zu empfehlen, jeweils mit Blick auf die individuellen Interessen des Suchenden. Dazu brauchen wir mehr denn je den einzigartigen Blick auf ein Thema. Denn das Netz ist zu voll mit ähnlichen Inhalten. Das hat auch Google längst erkannt. Der Algorithmus bekommt regelmäßig Updates, um generell Fehler auszubügeln, Bugs zu beheben und auf Entwicklungen zu reagieren. Das sind mal kleine, kaum spürbare Änderungen, gelegentlich aber auch richtungsweisende Updates, die die Rankings durcheinanderwirbeln. Mit dem Helpful Content Update verbannte Google zum Beispiel Websites aus den Top-Rankings, deren Inhalte offenbar bewusst für Suchmaschinen erstellt worden waren – und pushte im Gegenzug Seiten nach oben, die hilfreiche und nutzerorientierte Inhalte publiziert hatten. Zudem versucht der Google-Algorithmus, das publizistische Tun von Websites zu bewerten. Expertise zählt. Erfahrung. Autorität. Vertrauen der Menschen in die Redaktion Wer also Journalismus und SEO verbinden will, sollte zunächst vor allem eines bleiben: unabhängig.
 
SCHRITT 3: DAS THEMA BEWUSST AUFBEREITEN
Wer SEO rein als Keyword-Recherche verstehen möchte, analysiert Daten. Diese Daten bilden einen Blick in die Vergangenheit ab. SEO allein auf Keyword-Basis ist also retrospektiv. Also: Wenn die Keyword- Recherche des SEO-Teams ein ansteigendes Interesse für Chatbots signalisiert, ergibt ein Erklärartikel über KI durchaus Sinn. Aber: Journalismus ist nicht nur retrospektiv, sondern oft genug prospektiv – zumindest mit Blick auf SEO. Um es ganz platt auszudrücken und Twitter und Co. einfach mal zu ignorieren: Würden wir nicht über Ereignisse, Menschen, die Premiere des Lokaltheaters schreiben, es würde kaum jemand danach googeln. Ergo würde es auch die Keywords dazu nie geben. Indem wir also Themen setzen, kreieren wir die Keywords von morgen. 
 
Zu den SCHRITTEN 4 BIS 9
 
Zur Autorin: Ariane Stürmer ist ausgebildete Journalistin und SEO-Expertin. Als Trainerin erklärt sie, worauf es beim Schreiben fürs Web wirklich ankommt. 
arianestuermer.de / strategievier.de