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News / Die Umwege und Umtriebe des Peter N. Thier
Peter N. Thier übergibt den symbolischen Spendenscheck an Eva Otter vom Forschungsverein für Lungenh
12.06.2025   Vermischtes
Die Umwege und Umtriebe des Peter N. Thier
Wenn Peter N. Thier zum Feiern lädt, bleibt kein Auge trocken – und kein Geldbeutel ungeöffnet. Der ÖBB-Kommunikationschef verwandelt seinen Geburtstag alljährlich in eine charmant-chaotische Benefizveranstaltung.
Klosterneuburg – Spenden ginge eigentlich ganz einfach. Hier ein Konto, dort ein Geldbetrag. Doch wenn es um den sogenannten guten Zweck geht, werden gerne kleinere oder gar größere Umwege genommen. Besonders beliebt sind Läufe. Die kurze Distanz ist da ebenso in Mode wie der gefürchtete Marathon.
 
Auch Peter N. Thier reiht sich in diesen Typus von Spendensammlern ein. Wobei ihm das Bewegungsmuster Laufen fremd scheint. Der ÖBB-Kommunikationschef bevorzugt zum Zweck des Geldeintreibens lieber wandern, essen und musizieren. Dafür ruft er alljährlich zum Almauftrieb auf die Redlingerhütte in Kierling bei Klosterneuburg. Geschickt tarnt er dies als Geburtstagsfest, bei dem er jedoch den Gästen unsinnige Geschenke verbietet. Einzig Geld wird akzeptiert.
 

Unterhaltungswert haben alleine schon die Einladungstexte. Wer Thier dieses Jahr als Vorbild diente, war leicht zu erraten: „Das Wetter soll großartig werden, großartiger als je zuvor. Mild. Warm und wolkenlos. In der Tat wird es seit der Aufzeichnung der ZAMG noch nie ein so großartiges Wetter gegeben haben. Die Gäste sind schön, sehr schön. Sie sind auch vielfältig und divers. Es wird Frauen und Männer geben, junge Menschen, insbesondere junge und schöne Menschen. Die Musik wird besonders sein. Sie wird wahrscheinlich noch besonderer sein als je zuvor. Das Essen wird köstlich sein. Die Schweine waren glücklich und biologisch und es wird auch Vegetarisches geben. Ich liebe Vegetarianer. Das habe ich immer schon. Vegetarianer sind gute und glückliche Menschen. Sehr schön und fein. Ausgezeichnet. Die Anfahrt wird sich lohnen. In den letzten 15 Minuten werdet ihr sogar mit einem Fußmarsch durch den schönen Wienerwald belohnt. Ich mag schöne Wälder und gute Märsche. Es wird ein guter Marsch.“

Solcher Art angelockt, kamen 140 Gäste. Diese lauschten humorigen Zeilen wie „Nun sitz ich da, meine Gefühle sind verletzt – im Becken glücklich, doch mein Herz, das ist entsetzt“ von ORF Archiv Legende und Songwriter Camillo Foramitti. Flughafen Pressesprecher Peter Kleemann würgte die Gitarre und Journalist Günter Fritz den Bass. Wiener Städtische Vorstand Manfred Bartalszky verstärkte beim „Elvis“ auf der Mundharmonika („Wäus eam in Graceland scho long nimma gfoit – die Pommes sind letschat, der Cheesburger koit – sitzt er jetzt in Meidling beim Wienerwoid“). 

Gesang, Klang und Bewirtung wurde wie von Thier verlangt mit Geld bedankt. 12.770 Euro kamen zusammen, die der Forschungsverein für Lungenhochdruck erhielt. Dort freute man sich über den finanziellen Zugang, vermutlich nichts ahnend von den großartigen Schweinen, vegetarischen Märschen und schönen Musikern.

 
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