Reporter ohne Grenzen zieht Bilanz für 2025. Diese ist erschreckend.
Noch bevor 2025 zu Ende geht, zieht Reporter ohne Grenzen eine dramatische Bilanz. Martin
Wassermair, Generalsekretär der österreichischen RSF-Sektion, bringt den 20-seitigen Jahresbericht der internationalen Pressefreiheitsorganisation auf den Punkt: „Journalistinnen und Journalisten sterben nicht einfach so im Einsatz – sie werden gezielt getötet!“ Die Anzahl ist im Vergleich zum Vorjahr erneut gestiegen. Mindestens 53 der 67 Medienschaffenden, deren Leben 2025 ausgelöscht wurde, sind Opfer von Krieg oder kriminellen Machenschaften. „Wir sind“, führt Wassermair weiter aus, „mit einem großen Versagen von Regierungen und internationalen Organisationen konfrontiert. Sie zeigen kaum noch Engagement, den Schutz journalistischer Arbeit völkerrechtskonform zu gewährleisten.“
Die Zahlen machen folgendes deutlich: Fast die Hälfte (43 %) der 2025 ums Leben gekommenen
Medienschaffenden wurden in Gaza von israelischen Streitkräften getötet. In der Ukraine nimmt die
russische Armee weiterhin ausländische und ukrainische Reportageteams ins Visier – und auch der
Sudan hat sich zu einem besonders tödlichen Kriegsgebiet für Nachrichtenprofis entwickelt. Im Hinblick auf die weltweit 503 inhaftierten Journalistinnen und Journalisten erweist sich China mit 121 Häftlingen weiterhin als das größte Gefängnis für kritische und unabhängige Berichterstattung, gefolgt von Russland (48) und Myanmar (47). Doch damit nicht genug: Aktuell werden 135 Journalistinnen und Journalisten in 37 Ländern vermisst – einige davon bereits seit mehr als 30 Jahren. Die große Zahl der Fälle in Mexiko (28) und Syrien (37) ist dabei besonders hervorzustreichen.
Fritz Hausjell, Präsident von Reporter ohne Grenzen (RSF) Österreich, kommt zu einem beklemmenden Resümee: „Das Jahr 2025 hat uns vor Augen geführt, wie sehr das Völkerrecht nicht nur in Kriegs- und Konfliktsituationen missachtet wird. Wir müssen uns noch stärker als bisher für den Schutz der journalistischen Berichterstattung engagieren. Denn nur durch sie erfährt die Welt von den vielen Verbrechen und dem Leid von zunehmend mehr Menschen.“ Das ist eine internationale, aber auch eine nationale Aufgabe, betont Hausjell: „Damit das schreckliche Leid publik wird und Politik besser handelt, braucht es nicht nur Schutz und Sicherheit des Journalismus in den Krisengebieten, sondern ebenso kräftige, vielfältige und unabhängige Medien hierzulande.“
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