ÖBB-Sprecher Peter N. Thier: Warum Anrufe bleiben müssen
Im Interview spricht Thier über den Wandel der Medienarbeit, warum Pressesprecher Telefonate nicht scheuen sollten und weshalb persönliche Kontakte trotz effizienter Mail-Kommunikation unverzichtbar bleiben.
Wien – Während in Deutschland zunehmend darüber diskutiert wird, dass Pressestellen Telefonate meiden und auf schriftliche Anfragen verweisen, ordnet Peter N. Thier die Entwicklung aus österreichischer Perspektive ein. Gegenüber der
„Journalist:in“ beschreibt der ÖBB-Kommunikator, wo E-Mail sinnvoll ist, wo sie an ihre Grenzen stößt – und warum gerade heikle Themen, Hintergrundgespräche und Vertrauen nicht ohne persönliche Gespräche funktionieren.
Drei zentrale Aussagen aus dem Interview
–Warum Telefonate für Pressesprecher wichtig bleiben
Thier sieht es kritisch, wenn Pressesprecher Gespräche verweigern: Wer Anrufe von Journalistinnen und Journalisten ablehne, mache etwas falsch. Gerade bei sensiblen Themen seien persönliche Gespräche unverzichtbar. Sein Leitsatz: „Ein Anruf ist immer auch eine Chance.“
– Woher die Distanz zwischen PR und Journalismus kommt
Als Gründe nennt Thier De-Professionalisierung auf beiden Seiten. Redaktionen hätten weniger Zeit und Personal, PR-Abteilungen mehr Ressourcen, aber oft geringere Ausbildung. Pressesprecher müssten spontan auskunftsfähig sein – „mit der Presse sprechen ist nichts für Anfänger“.
– Warum persönliche Beziehungen an Bedeutung verlieren
Der klassische informelle Austausch habe abgenommen. Das sei einerseits positiv, weil Nähe und „Verhaberung“ zurückgegangen seien. Andererseits gingen damit exklusive Informationen, Vertrauen und langfristige Kontakte verloren. Per Mail lasse sich keine Beziehung aufbauen.
Das vollständige Interview mit Peter N. Thier lesen Sie in der
aktuellen Ausgabe.
Must-Reads in der aktuellen „Journalist:in“
– Die SOS-Kinderdorfaufdecker. Jürgen Klatzer und Matthias Winterer sind die „Journalisten des Jahres 2025“. Mit ihren Recherchen haben sie Maßstäbe gesetzt.
– Die „Journalistinnen und Journalisten des Jahres“ 2025. Wer in diesem Jahr Außergewöhnliches geleistet hat.
– Local Heroes. Wer besonders in den Bundesländern aufgefallen ist.
– Lebenswerk. Die vielen Leistungen des Hubert Gaisbauer.
– Sonderpreise. Vier Politik-Erklärer, ein Medienjournalist und ein True-Crime-Duo.
– Christian Rainer. „Die Politik agiert in einem Nirwana aus Nichtverstehen und Nichtwollen.“
– Nach der Kündigungswelle. Wie Printmedien überleben können.
– 8 Hacks für Telegram. Im „Darknet für die Hosentasche“ finden sich starke Geschichten und Quellen – wenn man weiß, wie.
– Toolbox. Schick mal schnell: Dateien und Texte auf kurze Distanz von Gerät zu Gerät senden – ganz ohne Kabel und Plattformen.
– Fragebogen. Wie Sonja Krause erfolgreich Medizinjournalismus macht.