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News / Bettina Prendergast: „Am schwierigsten sind die persönlichen Gespräche mit Betroffenen“
Bettina Prendergast (Foto: Darko Todorovic)
12.03.2026   Vermischtes
Bettina Prendergast: „Am schwierigsten sind die persönlichen Gespräche mit Betroffenen“
Die neue ORF-Korrespondentin für die Schweiz und Liechtenstein spricht über ihren Start bei der Brandkatastrophe in Crans-Montana mit 41 Todesopfern – und über die journalistische Arbeit im Ausnahmezustand.
Bregenz – Die neue Schweiz- und Liechtenstein-ORF-Korrespondentin spricht im „Journalist:in“-Interview über ihren Start mit einer Brandkatastrophe, über journalistische Verantwortung im Ausnahmezustand – und warum auch vermeintlich stabile Länder politisch alles andere als langweilig sind. 
 
Ihr erster Weg als neue Korrespondentin führte Sie nach Crans-Montana – zu einer Brandkatastrophe mit 41 Todesopfern. Wie erlebten Sie diesen Auftakt?
Man springt vom Bett ins Bad, wirft das Notwendigste an Kleidung plus Handy, Laptop, Reisepass und Powerbank in den Koffer, hüpft mit dem Kameramann ins Auto und hofft auf wenig Verkehr, bis die Westschweiz in Sicht ist. Ich hätte eigentlich noch bis 6. Jänner Urlaub gehabt, den hatte ich schon Monate vor meiner Ernennung angemeldet. Ich habe aber der Außenpolitik-Redaktion gesagt: „Ich bin eh im Land, wenn es brennt, ruft mich an.“ Das hat die ZIB getan. Manchmal muss es verdammt schnell gehen, das ist der Job, das macht ihn anspruchsvoll, aber spannend.
 
Wie finden Sie im Moment des Schocks die richtigen Worte?
Ich bin gerne draußen bei den Menschen, egal wie tragisch es ist. Nur so ist es möglich, authentisch zu berichten. Ich habe festgestellt, dass ich während der Arbeit gut „funktioniere“. Die Berichterstattung steht im Vordergrund … Am schwierigsten sind die persönlichen Gespräche mit Betroffenen. Ich bin eine von vielen Journalisten, die mit ihren Kamerateams das Dorf belagern. Da stehen Eltern, die ihre Kinder suchen. Das Allerletzte, was die Menschen in diesem Moment brauchen, sind Journalistenfragen, neugierige Kamerablicke. Trotzdem wird natürlich erwartet, dass berichtet wird. Ich taste mich behutsam vor, spreche mein Mitgefühl aus. Manchmal entwickelt sich dann ein Gespräch und später wird daraus ein Interview.
 
– Gibt es Situationen, in denen Schweigen angemessener wäre als Reden? 
– Sie waren viele Jahre Korrespondentin in London – jetzt berichten Sie aus der Schweiz und Liechtenstein. Fühlt sich das wie eine Verkleinerung der Welt an oder wie eine Fokussierung? 
Zum ganzen Interview
 
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