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News / ORF-Stiftungsrat tagt heute: Neue ORF-Spitze, Wahltermin, Krisenthemen und Compliance
Lange Stiftungsratssitzung erwartet (Foto: APA-Images / Starpix)
23.04.2026   Vermischtes
ORF-Stiftungsrat tagt heute: Neue ORF-Spitze, Wahltermin, Krisenthemen und Compliance
Vor der geplanten Bestellung der ORF-Führung bis Ende 2026 steht die Sitzung des Stiftungsrats im Zeichen offener Fragen zur Causa Weißmann, zu Compliance und zu Sonderverträgen. Es wird ein langer und konfliktreicher Sitzungstag erwartet.
Wien – Der ORF-Stiftungsrat tritt heute, Donnerstag, zu einer Sondersitzung zusammen, in der neben der Bestellung der Generaldirektion bis Jahresende vor allem ein umfangreicher Fragenkatalog an Interimschefin Ingrid Thurnher behandelt werden soll. „Es wird ein weiter, wohl auch mühsamer Weg“, analysiert Harald Fidler im „Standard“.
 
Im Zentrum stehen die Aufarbeitung des Rücktritts von Roland Weißmann wegen Belästigungsvorwürfen, mögliche Kostenfolgen für den ORF sowie aktuelle und frühere Compliance-Fälle.
 
Mehrere Stiftungsräte verlangen zudem Einsicht in den Compliance-Bericht. Weißmanns Anwalt Oliver Scherbaum hat dem laut Bericht zugestimmt, während die ORF-Führung auf zugesicherte Vertraulichkeit verweist.
 
Auch Fragen zu Sonderverträgen und Pensionsregelungen, insbesondere im Zusammenhang mit ORF-Manager Pius Strobl sowie Vereinbarungen aus den letzten Monaten der Ära Alexander Wrabetz, stehen auf der Agenda. Laut „Standard“ fordern Stiftungsräte detaillierte Auskünfte über mögliche finanzielle Verpflichtungen und Risiken für den ORF.
 
Neben der inhaltlichen Aufarbeitung entscheidet das Gremium auch über die Führung des ORF bis Ende 2026. Als Favoritin gilt Ingrid Thurnher, die den Sender bereits interimistisch leitet. Für die Wahl ist eine einfache Mehrheit im 35-köpfigen Stiftungsrat erforderlich.

 


Klageankündigung und Streit um Veröffentlichung des Compliance-Berichts


In der Causa Weißmann kündigte dessen Anwalt Oliver Scherbaum rechtliche Schritte gegen die Wochenzeitung „Falter“ an, die Chat-Auszüge veröffentlicht hatte. Zudem fordert er, dass der vollständige Compliance-Bericht den Mitgliedern des Stiftungsrats zugänglich gemacht wird, um eine „sachliche und vollständige Bewertung“ zu ermöglichen. Der „Falter“ verteidigte die Veröffentlichung unter Verweis auf das öffentliche Interesse.


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