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News / RSF-Index der Pressefreiheit 2026: Österreich auf Platz 19
Martin Wassermair (Foto: Zoe Goldstein)
30.04.2026   News
RSF-Index der Pressefreiheit 2026: Österreich auf Platz 19
In welchen Bereichen die Verbesserung besonders auffällt.
Wien - Nach dem Aufatmen im Vorjahr, als die negative Entwicklung der Pressefreiheit umgekehrt werden konnte, setzt sich der Aufwärtstrend für Österreich weiter fort. Im RSF-Index der Pressefreiheit 2026 ist Österreich auf Platz 19.
 
„Österreich hat im Gesamtergebnis 1,31 Punkte gut gemacht. Die Kurve zeigt also nach oben, wobei der Zuwachs von 2,40 Punkten im rechtlichen Kontext besonders auffällt“, erklärt Martin Wassermair, Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen (RSF) Österreich. Er verweist auf Verbesserungen im allgemeinen Diskurs, der „nach zahlreichen Fällen von Korruption und Machtmissbrauch der kritischen Berichterstattung wieder mehr Wertschätzung entgegenbringt“. Präsident Fritz Hausjell sieht in der Gesamtbetrachtung des aktuellen Rankings sowohl Licht als auch Schatten und warnt vor allzu großer Zufriedenheit. „Der überfälligen Stabilisierung der ökonomischen Grundlagen von Medien und Journalismus wurde bislang nicht ausreichend Rechnung getragen, das schlägt sich nun mit geringeren Werten zu Buche, da weiter immer mehr Werbebuchungen von den journalistischen Medien zu den amerikanischen und chinesischen Digitalgiganten abfließen. In Anbetracht der aktuellen Anstrengungen zur Reform der Medienförderungen sollten die Werte des RSF-Rankings demzufolge ein wichtiger Anstoß sein.“
 
Während die globalen Trends 2026 im Hinblick auf Justiz und Strafverfolgung ein düsteres Gesamtbild zeichnen, steche in Österreich die Entwicklung der gesetzlichen Rahmenbedingungen besonders positiv hervor, heißt es vonseiten RSF. Dazu trage insbesondere bei, dass der Schutz des Journalismus vor Bedrohungen und Einschüchterungsversuchen, etwa durch SLAPP-Klagen, in Österreich wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt ist. Das am 1. September 2025 in Kraft getretene Informationsfreiheitsgesetz hat die Amtsverschwiegenheit beendet und eröffnet vor allem investigativen Recherchen neue Möglichkeiten. Ergänzend dazu wurden erste Schritte zur Umsetzung des Europäischen Medienfreiheitsgesetzes (EMFA) gesetzt, das unter anderem strengere Vorgaben zum Schutz vor politischer Einflussnahme sowie mehr Transparenz bei Eigentumsstrukturen und staatlicher Werbung vorsieht.
 
Aus internationaler Perspektive vermitteln die Ergebnisse 2026 ausgerechnet zum Jubiläum einen mehrfach alarmierenden Eindruck, so RSF: Erstmals in der Geschichte der von Reporter ohne Grenzen (RSF) veröffentlichten Rangliste zur Pressefreiheit befinde sich mehr als die Hälfte aller Länder weltweit in einer „schwierigen“ oder sogar „sehr ernsten“ Situation. Auffällig sei dabei, dass insbesondere eine immer restriktivere Gesetzgebung – häufig im Kontext der nationalen Sicherheitspolitik – das Recht auf Information zunehmend untergräbt. Davon seien längst nicht mehr nur autoritäre Staaten betroffen; auch viele Demokratien bleiben davon nicht ausgenommen.
 
Reporter ohne Grenzen (RSF) nimmt das Ergebnis 2026 für Österreich erfreut zur Kenntnis, sehe jedoch keinen Anlass, sich nun zufrieden zurückzulehnen, macht Generalsekretär Wassermair deutlich. „Die aktuelle Weltlage führt täglich vor Augen, dass Demokratie und Pressefreiheit enormen Bedrohungen ausgesetzt sind.“ Die Rekordzahl getöteter Medienschaffender im Jahr 2025 müsse eine globale Mahnung sein. Umso mehr sei Medienpolitik gefordert, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen, damit unabhängiger Journalismus nachhaltig abgesichert wird und Journalistinnen und Journalisten ihre berufliche Tätigkeit ungefährdet ausüben können.
 
Vor diesem Hintergrund erinnert auch Fritz Hausjell daran, „dass zu Beginn des Berichtsjahres 2025 die Zeichen für die Entwicklung der Pressefreiheit noch deutlich nach unten zeigten. So hatte sich die mögliche Koalition aus FPÖ und ÖVP in ihren letztlich abgebrochenen Verhandlungen bereits früh auf eine staatliche und deutlich reduzierte Finanzierung des öffentlich-rechtlichen ORF geeinigt, ebenso wie auf ein Zitierverbot aus Vorerhebungsakten.“ Den diesjährigen Platz 19 sieht der ROG-Präsident jedenfalls „als Ansporn, in den kommenden RSF-Rankings zumindest in die Top 10 aufzusteigen“, so Hausjell abschließend.


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