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News / „Gemeinwohlorientierter Journalismus braucht neue Formen der Unterstützung“
Daniela Kraus (Foto: APA/G. Hochmuth)
01.09.2026   Medien
„Gemeinwohlorientierter Journalismus braucht neue Formen der Unterstützung“
Eine Studie von Presseclub Concordia, ERSTE Stiftung und Medienhaus Wien legt erstmals empirische Daten zum Unterstützungsbedarf gemeinwohlorientierter Medieninitiativen vor.
Wien - Eine vom Presseclub Concordia gemeinsam mit der ERSTE Stiftung durchgeführte und vom Medienhaus Wien wissenschaftlich begleitete Studie zeigt erstmals auf empirischer Basis, welchen Unterstützungsbedarf gemeinwohlorientierte Medien tatsächlich haben und wie das Branchensegment aufgestellt ist. An persönlichen Interviews, Fokusgruppe und Online-Survey nahmen rund 70 Gründerinnen, Gründer sowie Vertreter und Vertreterinnen journalistischer Angebote von Lokalportalen bis crossmedialen Investigativformaten teil.
 
Die Ergebnisse bestätigen laut Aussendung: Innovative journalistische Projekte entstehen in Österreich in großer Zahl und mit hohem gesellschaftlichem Anspruch. Gleichzeitig fehlt es vielen Projekten an den strukturellen Voraussetzungen, um dieses Potenzial dauerhaft zu entfalten. Die Studie Gemeinwohlorientierter Journalismus in Österreich zeigt, dass finanzielle Förderung allein nicht ausreicht. Benötigt werden ebenso Strukturen für regelmäßigen Austausch, geteilte Infrastruktur und gezielte Beratung, die Medienprojekten hilft, langfristig tragfähige Redaktions- und Geschäftsmodelle zu entwickeln. Am deutlichsten ist der Bedarf, so heißt es, an Beratung und Know-how bei Rechtsfragen, die 95% der Befragten für (sehr) wichtig halten, gefolgt von Unterstützung bei Zielgruppenansprache und Marketing (je 74%) sowie betriebswirtschaftlichen Themen (71 %). 
 
Innerhalb der Szene zeigte sich generell große Kooperationsbereitschaft. Gut drei Viertel betonen den Bedarf an Veranstaltungen zu Vernetzung und österreichweitem Erfahrungsaustausch und wollen mehr von internationalen Benchmark-Projekten lernen.
 
Sowohl der Presseclub Concordia als auch die ERSTE Stiftung unterstützen diesen Sektor bereits seit Jahren. Die Concordia etwa mit ihrem Rechtsdienst Journalismus und ihrem Einsatz für bessere Rahmenbedingungen - von der Reform der Medienförderung bis zum Schutz vor missbräuchlichen Klagen gegen Journalist:innen (SLAPPs). Die ERSTE Stiftung fördert als Mitgründerin des Media Forward Fund die Stärkung tragfähiger Geschäftsmodelle von unabhängigen Medienprojekten in Österreich und stärkt darüber hinaus Medienvielfalt in Osteuropa.
 
Die Studie mache deutlich, heißt es: „Um gemeinwohlorientierten Journalismus dauerhaft zu stärken, sind zusätzliche Unterstützungsstrukturen und ein breiterer Kreis öffentlicher und privater Förderer notwendig. Auch die öffentliche Medienförderung muss stärker auf gemeinwohlorientierte Medienangebote, die derzeit aus öffentlicher Förderung nicht oder nur in sehr geringem Ausmaß Unterstützung erhalten, ausgerichtet werden.“


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