Er wurde 98 Jahre alt.
Wien - Er war ein „Furche“-Urgestein, Autor zeithistorischer Standardwerke, Romancier und unermüdlicher Mahner gegen das Vergessen. Nun ist Hellmut Butterweck im 99. Lebensjahr gestorben, wie das Medium wissen lässt.
Über 70 Jahre lang hat Hellmut Butterweck für „Die Furche“ geschrieben – jahrzehntelang als Redakteur, bis zuletzt als Autor. Der Kampf gegen das Vergessen der NS-Barbarei und gegen das Wiedererstarken von Faschismus und Antisemitismus prägten sein Wirken als Journalist, Publizist zeithistorischer Standardwerke und Romancier.
Am 30. Dezember 1927 in Wien geboren, machte Butterweck bald nach dem Zweiten Weltkrieg erste journalistische Gehversuche, zuerst bei der ÖVP-Zeitung „Volksblatt“, dann bei einem Medium des ÖVP-Dissidenten Josef Dobretsberger. 1953 dockte er bei der „Furche“ an. Sein erster Text erschien am 13. Juni in der Rubrik „Querschnitte“. Butterweck verantwortete Kulturberichterstattung, war Theater-, Film-, Ausstellungs- und Literaturkritiker und betätigte sich auch als politischer Glossist und Leitartikler sowie als Wirtschaftskommentator.
Zuletzt – von 1996 bis 2002, ein Jahr vor seiner Pensionierung 2003 – leitete er das Buchressort dieser Zeitung. Und noch
bis vor Kurzem bzw. verstärkt in den vergangenen Jahren war er immer wieder als Autor präsent: im Dezember 2024 erinnerte er anlässlich seines Buches
„Der Ungeist der Stunde Null“ daran, wie auch nach 1945 über die Schoa geschwiegen wurde; im Jänner 2025 warnte er zum 80. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz unter dem Titel
„Wir haben nicht aufgepasst“ vor der Wiederkehr der Dämonen des 20. Jahrhunderts; im Mai 2025 besuchte er mit der „Furche“ die
Ausstellung „Kontrollierte Freiheit“ im Wien-Museum; und in seinem letzten Text vom August 2025 erinnerte er zum 80. Jahrestag des Beginns der Volksgerichte an diese
„entsorgte Geschichte“.
In
einem eigenen Dossier hat „Die Furche“ wesentliche Texte von und über Hellmut Butterweck zusammengestellt, darunter auch einen
Nachruf von Otto Friedrich. Und auf der
Autorenseite von Hellmut Butterweck sind viele jener Artikel, die er in mehr als über sieben Jahrzehnten für „Die Furche“ verfasst hat, nachzulesen.
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