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News / Zur Zukunft des Fakten-Checkens
Christina Schwaha, APA-Faktencheckerin (Foto: APA/Max Herbst)
29.09.2026   Medien
Zur Zukunft des Fakten-Checkens
Auf der APA-Konferenz zu diesem Thema wurde vor allem der Ruf nach Bildung in Sachen Medienkompetenz oft wiederholt. Auch die APA-„CheckBar“ wurde vorgestellt.
„Alles ist CheckBar“ - Mit dieser Aussage, die gleichsam zum Appell wurde, ließen Christina Schwaha und Stefan Rathmanner vom APA-Faktencheck-Team aufhorchen. Sie waren Sprecher bei der Konferenz „The Future of Fact-Checking“, die von der Austria Presse Agentur nun bereits zum vierten Mal veranstaltet wurde. „Jeder kann selbst lernen, Fake News zu entlarven und zu enttarnen,“ ist die Meinung der beiden. Sie stellten die Medienkompetenz-Plattform „CheckBar“ vor, durch die Tools, mit denen sie täglich arbeiten, mehr in die Öffentlichkeit getragen werden sollen - wie Bilder-Rückwärtssuche, das Handhaben von Internet-Archiven und Grundlagen des Journalismus generell.
 
Die einleitenden Worte der Konferenz waren von APA-Chefredakteurin Maria Scholl gekommen. Sie sprach sich dafür aus, dass die Gesellschaft einen präventiven Fakten-Check brauche, der „nicht erst dann zu greifen beginnt, wenn ein Schaden bereits angerichtet ist, sondern der Medienkonsumenten schon vorbereitet.“ Gerade daher sei es wichtig, Nutzern schon vorab beizubringen, wie sie Medien gut konsumieren können, so Scholl.
 
„Demokratien brauchen Medienbildung“ – das war nicht nur ihr Tenor, sondern auch jener der folgenden Diskussion mit Kommunikationswissenschafterin Manuela Grünangerl von der Universität Salzburg, mit Helmut Brandstätter, Mitglied des Europäischen Parlaments, Barbara Buchegger, ÖIAT, Kabarettist Martin Puntigam sowie Oliver Scheibenbogen, Klinischer Psychologe und Gesundheitspyschologe, Sigmund Freud PrivatUniversität. Letzterer und Buchegger sprachen darüber, dass viele Menschen zwar mittlerweile wissen, dass Desinformation ein Problem ist und auch vom Bauchgefühl her spüren, wenn sie auf Fake News treffen, dass allerdings nicht alle dieser Gruppe wissen, wo sie sich verlässliche Informationen holen können. Andere ihrerseits wüssten letzteres, haben aber Probleme damit, falsche Nachrichten zu erkennen. „Wir müssen sie und ihr Wissen zusammenbringen“, war Bucheggers Aufruf. Scheibenbogen plädierte auch dafür, Menschen zu motivieren mehr als nur die Headlines zu lesen. Wer wisse, wie man Fakten prüfe, bringe damit Routinen in Gang, die auf vieles anwendbar sind. Außerdem ließ er mit der Aussage aufhorchen, dass „Qualitätsjournalismus für Wohlbefinden sorgt, selbst, wenn es negative Nachrichten sind. Die Leute wissen, dass verlässliche Fakten auf den Tisch kommen, die Meinungsbildung aber dem Konsumenten überlassen wird.“ Generell plädierte das Panel für mehr Medienbildung, aber auch mehr Persönlichkeitsbildung.
 
Anschließend gab es dann noch ein Panel mit Vanessa Bitter, Geschäftsführerin von #UseTheNews, der Wiener Vizebürgermeisterin und Bildungsstadträtin Bettina Emmerling, und Florian Schmidt, dem Leiter APA-Faktencheck, zum Thema Medienbildung in der Praxis, sowie ein Gespräch über Gefahren durch Desinformation für Unternehmen und Organisationen mit Ingried Kiefer, AGES, Florian Maringer, Geschäftsführer der IG Windkraft, Reinhard Nosofsky, Leiter der Betrugsabteilung des Bundeskriminalamts, sowie Markus Schwinghammer, Gründer von Disinfo Consulting. 


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