Wer einen Podcast startet, braucht mehr als ein gutes Thema: Der „Missing Link Media“-CEO erklärt, warum Zielgruppe, Erfolgskriterien und Regelmäßigkeit entscheidend sind – und welche Fehler Journalisten häufig machen.
Salzburg – Ein Podcast ist mehr als ein journalistisches Thema mit Mikrofon. Er ist ein Medienprodukt, das eine Zielgruppe, ein klares Konzept, einen verlässlichen Veröffentlichungsrhythmus und – wenn er sich wirtschaftlich tragen soll – auch ein Geschäftsmodell braucht. Stefan Lassnig kennt beide Seiten: Der Jurist, Betriebswirt und Strategieberater ist geschäftsführender Hauptgesellschafter der Podcast-Produktions- und Vermarktungsfirma Missing Link Media und zugleich Host von „Ganz offen gesagt“. Über DasKollektiv Medien ist er außerdem mit dem Investigativpodcast „Dunkelkammer“ verbunden. 2025 wurde als „Medienmanager des Jahres“ in Österreich ausgezeichnet.
Im Gespräch mit Jeanne Wellnitz für das
„medium magazin“ erklärt Lassnig, worauf Journalisten beim Aufbau eines Podcastprojekts besonders achten sollten. Drei seiner Antworten zeigen, wo die häufigsten Stolpersteine liegen.
Welche Anfängerfehler machen Journalisten beim Start eines Podcastprojekts?
Viele betrachten einen Podcast ausschließlich aus redaktioneller Sicht. Ein Podcast allerdings ist ein Medienprodukt und damit viel größer als die journalistische Idee dahinter. Das fängt bei der Zielgruppe an.
Woran erkenne ich, ob mein Podcast erfolgreich ist?
Das hängt von der Zielgruppe ab. Wenn es in Deutschland 10.000 Bienenzüchterinnen gibt und mein Podcast 5.000 Hörerinnen hat, ist das sehr viel. Bei einem True-Crime-Podcast wären 5.000 Aufrufe im Monat eher wenig. Absolute Downloadzahlen sind deshalb nur Richtwerte.
Wie wichtig ist Regelmäßigkeit?
Ich halte ein stabiles inhaltliches Konzept für wichtig. Podcast-Hörerinnen und -Hörer sind Gewohnheitstiere und wollen eine gewisse Verlässlichkeit. Zum Start würde ich zwei oder drei Folgen veröffentlichen, damit die Leute wissen, worum es geht. Danach ist wöchentlich optimal, aber das ist viel Arbeit. Zweiwöchentlich oder maximal monatlich kann am Anfang realistischer sein. Das Ziel sollte trotzdem ein verlässlicher Erscheinungsrhythmus sein.
Zum ganzen Interview
Aus der Journalisten-Werkstatt: „Podcaster mit Video“
Der Wechsel vom Audio- zum Videopodcast bringt zusätzliche Anforderungen mit sich. Die Werkstatt-Reihe beschäftigt sich deshalb mit den praktischen Fragen, die bei der Produktion von Videopodcasts entstehen. Dazu gehören die Unterschiede zwischen Audio und Video, technische Grundlagen für stationäre, mobile und Remote-Aufnahmen sowie der Umgang mit größeren Datenmengen. Weitere Beiträge widmen sich der Postproduktion und den Möglichkeiten von Schnitt, Ton- und Bildgestaltung. Auch die Frage, wie Podcaster vor der Kamera funktionieren und welche Grundregeln für eine professionelle Aufnahme gelten, wird behandelt. Erfahrungsberichte aus der Praxis ergänzen die Reihe.
Sie möchten aktuelle Medien-News und Stories lesen und sich über Jobs, Top-Personalien und Journalistenpreise aus Österreich informieren? Dann bestellen Sie bitte unseren kostenlosen
Newsletter.
Sie haben Personalnews in eigener Sache oder aus Ihrem Medienhaus? Oder Ihnen ist in unseren Texten etwas aufgefallen, zu dem Sie sich mit uns austauschen wollen? Mailen Sie die Infos bitte an
redaktion@journalistin.at