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News / Peter Thier ist Österreichs Unternehmenssprecher des Jahres 2026
Peter Thier, Gabi Zornig (Foto: ÖBB)
08.10.2026   PR und Kommunikation
Peter Thier ist Österreichs Unternehmenssprecher des Jahres 2026
Der Kommunikationschef der ÖBB steht bereits zum fünften Mal an der Spitze des „Journalist:in“-Rankings. Wer ihm mit nur einem Punkt Abstand folgt. Und warum Thier kritischen Journalismus für die „Arbeitsplatzgarantie des Pressesprechers“ hält.
Wien – Peter Thier ist Österreichs Unternehmenssprecher des Jahres 2026. Der Kommunikationschef der ÖBB belegt gemeinsam mit Gabi Zornig den ersten Platz. Für das Ranking gaben 354 Medienprofis insgesamt 11.165 Bewertungen ab.

Wie knapp die Entscheidung an der Spitze ausgefallen ist, zeigt der Abstand zum Zweitplatzierten: Gerade einmal ein Punkt trennt Thier von seinem Verfolger. Wer hinter dem ÖBB-Kommunikationschef auf den weiteren Plätzen landet, zeigt das Gesamtranking in der neuen Ausgabe von „Österreichs Journalist:in“.

„Nur gute CEOs halten Widerspruch aus“
Im Interview spricht Thier darüber, was einen guten Unternehmenssprecher ausmacht – und warum dazu auch gehört, intern unbequem zu sein. Auf die Frage, wie wichtig diese Eigenschaft sei, antwortet er: „Das ist Teil meines Selbstverständnisses. Übrigens: Nur gute CEOs halten Widerspruch und unbequeme Wahrheiten aus.“
 
Dass Kommunikation dabei auch eine Filterfunktion übernimmt, beschreibt Thier sehr konkret. Auf die Frage, ob es Situationen gebe, in denen er der Unternehmensleitung sage: „Das können wir so gegenüber Journalisten nicht verkaufen“, antwortet er: „Wahrscheinlich täglich. Wir sortieren intern die Hälfte aller Geschichten aus. Da funktionieren wir wie eine Vorselektion. Teilweise ist dieser Filter unfair, weil neue Züge und neue Destinationen immer ein Blockbuster sind. Das ausgeklügelte Produkt im Schienengüterverkehr aber eher der Ladenhüter.“
 
Was der Chefwechsel für Thier bedeutet
Eine besondere Situation steht bei den ÖBB mit der Suche nach einem Nachfolger für Andreas Matthä bevor. Für Thier bedeutet der Wechsel an der Unternehmensspitze auch persönlich eine Zäsur: „Puh. Zunächst einmal Wehmut. Mit Andreas Matthä geht tatsächlich so etwas wie eine Ära zu Ende. Es ist ein CEO, der sein ganzes Berufsleben in den ÖBB verbracht hat. Und der lebende Beweis dafür, dass man bei der Bahn Karriere machen kann. Seine Fußstapfen sind groß, weil er alles weiß und dich trotzdem ranlässt. Vertrauen bekommt man nicht per Vorstandsdekret. Das muss man sich bei der neuen Chefin oder dem neuen Chef erst einmal erarbeiten.“
 
Dass ein neuer CEO auch für den Kommunikationschef selbst Konsequenzen haben kann, blendet Thier nicht aus. Bei der AUA habe er drei CEOs erlebt und „drei Mal gezittert“. Sein Fazit: „Ich hinterfrage mich immer, nur so bleibt man wach. Demut ist ein guter Ratgeber.“
 
Auch über das Verhältnis zwischen Unternehmenssprechern und Journalisten spricht Thier. Auf die Frage, ob ein guter Sprecher Gegenwind brauche, um nicht nur die eigene Unternehmensperspektive zu sehen, antwortet er knapp: „Ich halte kritischen Journalismus für die Arbeitsplatzgarantie des Pressesprechers.“
 
DIE BRANCHENBESTEN
Neben dem Gesamtranking wurden die Unternehmenssprecher nach Branchen bewertet.
Auf Platz eins liegen jeweils:
– Hermann Prax, Gregor Waidacher, Christian Schmid und Karin Angerer, Porsche, VW, Seat, Skoda – Autoindustrie/Zulieferer
– Margarita Thiel, Peter Klopf, Lev Ratner, Martin Sonn-Wende, Karin Berger und Marvin Aschinger, Erste Bank – Banken/Versicherungen/Investoren
– Petra Mödlhammer-Prantner, Asfinag – Bau
– Christoph Bollenbach, Julia Osl und Franziska Zehetmayr, Sandoz – Chemie/Pharma
– Stefan Zach und Kerstin Kroyer, EVN – Energie
– Markus Kiesenhofer, Wifo – Forschung/Wissenschaft
– Annemarie Kramser und Günter Schiester, Vinzenz Gruppe – Gesundheit
– Nicole Berkmann, Spar Österreich – Handel
– Marlena Mayer und Maximilian Spera, Industriellenvereinigung – Interessenvertretung
– Susanne Athanasiadis und Maria Wiesinger, Staatsoper Wien – Kultur/Unterhaltung
– Carmen Brüggler und Kristijana Lastro, AMA Marketing – Markenartikel
– Gerald Reischl, AT & S Austria – Technologie
– Michael Höfler, Livia Dandrea-Böhm, Jochen Ohnewas-Schützenauer und Martin Rohlik, A1 Telekom – Telekommunikation/IT
– Peter Thier und Gabi Zornig, ÖBB – Verkehr/Logistik
Stand der Sprecherliste war der Juni 2026.

Lebenswerk für Susanne Senft
Eine weitere Auszeichnung geht an Susanne Senft. Sie wird für ihr „PR-Lebenswerk“ geehrt. Ingrid Vogl zeichnet in ihrem Beitrag Senfts Weg von der Gründung der Wiener PR-Agentur Senft & Partner im Jahr 1995 über ihr Engagement für Qualitätsstandards bis an die Spitze des Public Relations Verbandes Austria nach und fasst Senfts Wirken so zusammen: „Susanne Senft hat die PR-Branche über Jahrzehnte geprägt – als Beraterin, Agenturchefin und engagierte Vertreterin der Profession. Die Auszeichnung ‚PR-Lebenswerk‘ würdigt ein Berufsleben, das für Professionalität, Haltung und Leidenschaft steht.“
 
Das vollständige Ranking, alle Ergebnisse der Branchen sowie das gesamte Interview mit Peter Thier lesen Sie in der neuen Ausgabe von „Österreichs Journalist:in“.
 
Weitere Must-Reads in der „Journalist:in“:
– Clemens Pig – Der künftige ORF-Generaldirektor über die „demokratische Mitte“, unabhängige Redaktionen, den Umbau des Senders, den Sparzwang und warum er jetzt gratis arbeitet.
– Eugen Russ – Warum er als Medienmanager des Jahres ausgezeichnet wird, obwohl er den Titel ablehnt.
– Hidden Stars – Wer in Österreichs Medienbranche vor den Vorhang gehört.
– Dieter Bornemann – Über Angriffe auf ORF-Journalistinnen und -Journalisten und seine Kritik: „Die FPÖ will gefügige Journalisten“.


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