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News / Amtsdeutsch-Ranking – Kärnten und Wien schreiben am verständlichsten
Markus Feigl (Foto: ÖSKM)
02.11.2026   Vermischtes
Amtsdeutsch-Ranking – Kärnten und Wien schreiben am verständlichsten
Mehr als die Hälfte der österreichischen Behördenaussendungen ist schwer verständlich. Welche Pressestellen besonders verständlich formulieren und wo es Verbesserungsbedarf gibt, zeigt ÖSKM-Direktor Markus Feigl.
St. Pölten – Kärnten und Wien liegen bei der Verständlichkeit ihrer Behördenaussendungen an der Spitze, die Steiermark bildet das Schlusslicht. Das geht aus dem ersten Klartext-Index des Österreichischen Instituts für systemische Kommunikations- und Mediengestaltung (ÖSKM) hervor. Für die Untersuchung wurden 651 Presseaussendungen des Parlaments und der neun Landespressedienste ausgewertet, die zwischen dem 14. und 28. Oktober 2026 veröffentlicht wurden.


Nach Angaben des Instituts sind österreichweit 55 Prozent der untersuchten Behördentexte schwer verständlich. Besonders groß sind die Unterschiede zwischen Wien und der Steiermark: Während in Wien 35 Prozent der Aussendungen als schwer verständlich eingestuft werden, sind es in der Steiermark 83 Prozent.
 
Das Ranking im Überblick
1. Kärnten
2. Wien
3. Salzburg
4. Tirol
5. Oberösterreich
6. Burgenland
7. Niederösterreich
8. Vorarlberg
9. Parlament
10. Steiermark


Die Verständlichkeit wird anhand der Wiener Sachtextformel gemessen, einem Verfahren zur Bewertung der Lesbarkeit deutschsprachiger Sachtexte. Dabei werden Aussendungen nur mit Texten vergleichbarer Art verglichen, etwa Gesetzesentwürfe mit Gesetzesentwürfen oder Kulturmeldungen mit Kulturmeldungen.
 
Jeder siebente Satz hat mehr als 25 Wörter
Ein durchschnittlicher Satz in österreichischen Behördenaussendungen besteht laut Untersuchung aus 17 Wörtern. Rund jeder siebente Satz überschreitet die Marke von 25 Wörtern. Den längsten Satz im Untersuchungszeitraum fand das Institut in einer Tiroler Aussendung: Er umfasste 50 Wörter und war durch Passivkonstruktionen und zahlreiche Hauptwörter geprägt.
 
Auch typische Floskeln wurden erfasst. Besonders häufig kommt die Formulierung „im Rahmen“ vor. Sie findet sich in 151 der 651 untersuchten Aussendungen.
 
„Wenn Behörden Bürgerinnen und Bürger erreichen wollen, müssen sie so schreiben, dass ihre Texte beim ersten Lesen verständlich sind. Kurze Sätze und Verben statt Hauptwörter sind eine Frage des Respekts“, sagt ÖSKM-Direktor Markus Feigl.
 
Der Index solle nicht dazu dienen, Pressestellen zu kritisieren, sondern gute Beispiele sichtbar machen und Verbesserungspotenzial aufzeigen. Oft sei Organisationen selbst nicht bewusst, dass ihre Texte schwer verständlich seien.
 
Künftig alle zwei Wochen neue Ergebnisse
Das ÖSKM will den Klartext-Index künftig alle zwei Wochen aktualisieren und auf seiner Website veröffentlichen. Neben den aktuellen Ergebnissen sollen dort auch Trends und die zugrunde liegende Methodik abrufbar sein.
 
Nach Angaben des Instituts können sich die Platzierungen insbesondere im Mittelfeld noch verändern, weil die Abstände zwischen den Pressediensten gering sind. Deutlicher seien die Unterschiede an den Rändern des Rankings: Wien, Kärnten und Salzburg liegen seit Beginn der Erhebung überwiegend vorne, während die Steiermark, das Parlament und Vorarlberg meist die hinteren Plätze belegen.
 
Weitere Informationen und die Methodik sind unter oskm.at/presse abrufbar.