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News / Medienlöwin Ingrid Thurnher
Ingrid Thurnher (Foto: APA-Fotoservice/Oberauer-Verlag/L. Schedl)
04.11.2026   Journalistenpreise
Medienlöwin Ingrid Thurnher
Sie bekam den goldenen Preis des Österrechischn Journalistinnenkongresses. Wer außerdem ausgezeichnet wurde.
Wien - Der Titel der Goldenen MedienLöwin 2026 geht an Ingrid Thurnher. Silberne MedienLöwin ist Eva Sager, ausgezeichnet für ihren Beitrag in der Wiener Zeitung „Wenn ich einen guten Arsch sehe, muss ich draufhauen“. Den MedienLöwen erhält die deutsche Redaktion des WDR-Radiosenders COSMO (Radio Bremen) für den Podcast „Lost Sheroes – Frauen, die in den Geschichtsbüchern fehlen“.
 
Thurnher wurde für ihre Rolle als Vorbild in der Branche und ihre Durchsetzungskraft gewürdigt. Sie begann ihre Karriere in der Mitte der achtziger Jahre beim Österreichischen Rundfunk und blieb bis heute – als langjährige Moderatorin der „Zeit im Bild“, Talkmasterin in Formaten wie „Runder Tisch“ oder „Im Zentrum“ sowie als ORF-Radiochefin. „Mit ihrer haltungsstarken und verantwortungsbewussten Führung des skandalgebeutelten ORF setzt sie ein klares Zeichen dafür, dass übergriffiges Verhalten gegenüber Frauen nicht mehr toleriert werden darf“, heißt es von den Preisvergebenden des Journalistinnenkongresses. Dieser widmet sich heuer dem Thema Neustart im Journalismus. Nominiert zur Goldenen MedienLöwin 2026 waren auch Ingrid Brodnig und Barbara Haas. Wer den Titel erhält, entscheiden rund 77 Journalist:innen des Landes durch Punktvergabe. Die goldene Trophäe wird von der Österreichischen Wirtschaftskammer gestiftet.

2026 ist die Gewinnerin der Silbernen MedienLöwin die Journalistin Eva Sager, prämiert für einen journalistischen Beitrag mit Frauenschwerpunkt. „Eva Sagers Artikel thematisiert sexuelle Belästigung und Machtmissbrauch im journalistischen Arbeitsumfeld – ausgerechnet in einer Zeit, zu der die öffentliche Aufmerksamkeit sich der Medienbranche nach dem Bekanntwerden prominenter Fälle zuwendet. So richtet die Wiener-Zeitung-Journalistin den Blick auf die sich hinter diesen Dynamiken lauernden Machtstrukturen. Die Jury schätzte insbesondere die Dramaturgie des Beitrags, der mit einer Reihe schonungslos offener persönlicher Geschichten eröffnet wird und sich anschließend der fundierten Problemanalyse widmet“, so die Begründung.

Eva Sager zählte bereits zu den Top „30 unter 30“ Journalist:innen in Österreich 2025 und wurde zur Journalistin des Jahres in der Kategorie „Aufgefallen“ gewählt. Für die Silberne MedienLöwin waren auch Luise Hermann (ARD) und Nele Sophie Karsten (Süddeutsche Zeitung) nominiert.

In der Kategorie MedienLöwe, in der die Arbeit eines Teams gewürdigt wird, das sich durch besonders frauenfreundliche, -unterstützende und -stärkende Berichterstattung auszeichnet, ging der Preis an COSMO (Radio Bremen/WDR) für die Podcast-Reihe „Lost Sheroes“. „Die Serie macht weibliche Vorbilder aus der Geschichte sichtbar, erweitert historische Perspektiven und zeigt, dass Frauen seit Jahrhunderten gesellschaftliche Entwicklungen entscheidend mitgestalten. Im Mittelpunkt steht die Frage, warum so zahlreiche Frauen trotz ihrer außergewöhnlichen Leistungen aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden sind“, so die Begründung. Für diese, von den Österreichischen Lotterien unterstützte Kategorie, waren auch das österreichische Magazin „Profil“ und die Medienplattform „Welt der Frauen“ nominiert.

Die MedienLöwinnen wurden am Vorabend des jährlich stattfindenden Österreichischen Journalistinnenkongresses im Haus der Industrie bei der festlichen Gala überreicht. Dieser findet heute, 4. November, statt.


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