Georg Eckelsberger, Julia Herrnböck und Eja Kapeller, Leon Hoffmann-Ostenhof sowie Hannah Jutz und Vincent Leb erhielten Hauptpreise.
Wien - Der Prälat-Leopold-Ungar-Journalist*innenpreis wurde am 5. November zum 22. Mal vergeben. Der Preis, der im Sinne des Lebenswerkes von Prälat Leopold Ungar von der Caritas Erzdiözese Wien und der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien ausgelobt wird, zählt mit 20.000 Euro zu den höchst dotierten Journalist*innen-Preisen des Landes. Die Auswahl der prämierten Arbeiten übernahm auch heuer eine unabhängige Jury – bestehend aus Anna Wallner, Andrea Puschl-Schliefnig, Ingrid Brodnig, Cornelia Krebs, Irene Brickner, Sahel Zarinfard, Edith Meinhart und Matthias Däuble.
Der Hauptpreis in der Kategorie Text ging heuer an Georg Eckelsberger, Julia Herrnböck und Eja Kapeller für das „dossier“-Magazin „Brennpunkt Erwachsenenvertretung“. Die Jurybegründung: „Mehr als 70.000 Menschen in Österreich haben eine Erwachsenenvertretung. Das Gesetz sieht vor, dass die Betroffenen gehört, gesehen und ihre Bedürfnisse geachtet werden müssen. Doch in der Praxis löst sich dieser Anspruch viel zu selten ein. Wie sich das auswirkt, erzählen Eckelsberger, Herrnböck und Kapeller vor dem Hintergrund ihrer akribischen Recherchen mit viel Respekt für die Schicksale der Einzelnen, die selbst ausführlich zu Wort kommen.“
Der Hauptpreis in der Kategorie Video geht dieses Jahr an Leon Hoffmann-Ostenhof für die Reportage „Zu jung für die Straße“ für ORF „Am Schauplatz“. Die Jury befand: „Leon Hoffmann-Ostenhof stellt die richtigen Fragen – einfach, treffend, empathisch und völlig unsentimental. Er begleitet seine Protagonistinnen und Protagonisten über einen langen Zeitraum, erzählt Entwicklungen und hält mit gekonnten Cliffhangern über 50 Minuten die Spannung. Vorurteile weichen dem Verständnis, Lösungen werden aufgezeigt. Eine Sozialreportage in einem klassischen TV-Format, das Nähe zum Menschen und Tiefgang zulässt.“
Der Hauptpreis in der Kategorie Audio ging heuer an Hannah Jutz und Vincent Leb von Radio Radieschen für das Feature „Kein Zurück: Fürs Klima ins Gefängnis“. Die Jury urteilt: „Hannah Jutz und Vincent Leb zeichnen ein empathisches und doch professionell distanziertes Porträt der Klimaaktivistin Laila Fuisz, die sich für die Aktivistengruppen ‚Letzte Generation‘ auf die Straßen klebte – mit Folgen bis in die Gegenwart. Eine Verwaltungsstrafe nach der anderen sitzt die Aktivistin im Polizeianhaltezentrum ab. In Ihrem Feature berichten Jutz und Leb von Laila Fuiszs Antrieb, ihrer Geschichte und ihrem Leben als Aktivistin, sprechen mit ihrer Rechtsvertretung und Fachleuten aus der Klimaforschung und zeichnen so ein gelungenes und differenziertes Bild. Eine hervorragend gemachte, gut recherchierte und ausgesprochen radiofon gestaltete Sendung, die Produktionen großer Rundfunkanstalten in nichts nachsteht.“
Der Anerkennungspreis wurde heuer in der Kategorie Text an Wolfgang Rössler („Ein Baum für die Nacht – was die brütende Hitze für Menschen auf der Straße bedeutet“ für jetzt.at) vergeben. In der Kategorie Video wurde Clara Akinyosoye („Holocaust-Erinnerung in der Krise?“; „Traiskirchen – Ein Flüchtlingsheim und seine Nachbarn“; „Schulabbruch: Und was passiert dann?“ für die ORF-Sendereihe „betrifft: uns – Reportagen ohne Filter“) mit einem Anerkennungspreis ausgezeichnet. Céline Béal („Weibliche Genitalverstümmelung in Österreich“ für Ö1 Moment) wurde in der Kategorie Audio mit einem Anerkennungspreis prämiert.
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